Neun-Kräuter-Suppe

Die Tage werden länger, die Sonne wärmt (wenn sie denn scheint) und die ersten Wildkräuter sprießen aus dem Boden. Um den Winter endgültig zu vertreiben, feierten unsere Vorfahren ein großes Frühlingsfest. Bestandteil dieses Festes war eine Suppe aus Wildpflanzen, die nach der Zeit der winterlichen Entbehrung Vitamine und neue Energie bringen sollten. Sie wurde als „Grüne Neune“ überliefert und bestand vermutlich aus Brennnesseln, Löwenzahn, Giersch, Vogelmiere, Gundermann, Scharbockskraut, Gänseblümchen, Hirtentäschel, Schafgarbe, Taubnessel, Spitz- und Breitwegerich, Sauerampfer, Waldmeister, Bärlauch, Kresse und anderen im zeitigen Frühjahr wachsenden Kräutern. Traditionell besteht die Neun-Kräuter-Suppe aus jeweils 3 Kräutern für die Schönheit, die Gesundheit und die Fruchtbarkeit.

Wildpflanzen enthalten weitaus mehr Vitamine und Nährstoffe als Kulturgemüse. Dadurch eignen sie sich hervorragend für eine Frühjahrskur und zur Stärkung des Immunsystems. Aber auch Küchenkräuter wie Petersilie, Schnittlauch, Liebstöckel oder Kerbel sind eine passende und schmackhafte Ergänzung.

Ich stelle dir heute eine rohe Variante der Neun-Kräuter-Suppe vor. Die Zubereitung dauert ungefähr 15 Minuten (ohne sammeln) und nach dem Essen fühlst du dich voller neuer Energie und Lebenskraft.

Zutaten für 1 Person:

  • 3 Hand voll Wildpflanzen
    (Brennnesseln, Löwenzahn, Giersch, Schafgarbe, Vogelmiere und Taubnessel sollten den größten Anteil haben. Intensiv schmeckende oder in ihrer Wirkung starke Pflanzen wie Gundermann, Scharbockskraut, Waldmeister oder Bärlauch eher sparsam verwenden.)
  • 1 kleine Zucchini
  • 2 EL Hanfsamen
  • Saft einer halben Zitrone
  • 125 ml Wasser
  • etwas Mandelsahne

Zubereitung:

Die Zucchini schälen und mit den Hanfsamen, dem Zitronensaft und Wasser im Mixer zu einer Sauce mixen, in eine tiefe Schale geben. Die Brennnesseln rollen – z.B. mit einem Nudelholz – dadurch werden die Brennhaare zerstört. Die Kräuter nicht zu klein schneiden und vorsichtig mit der Sauce vermischen. Mandelsahne aufschäumen und die Suppe damit garnieren.

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Stell dir deine eigene Wildpflanzenmischung zusammen. Ich habe festgestellt, dass ich die Pflanzen und die Menge jeder Einzelnen instinktiv nach dem Bedarfs meines Körpers auswähle. Mit ein bisschen Übung sagt dir dein Körper auch, welche Pflanzen er jetzt gerade braucht. Am besten ist es, jede erst einmal einzeln zu probieren. Ist der Geschmack angenehm und du willst mehr, dann nimm sie. Aber Vorsicht: Wenn du gerade beginnst, die Wildpflanzen für dich zu entdecken, ist weniger mehr. Dein Körper muss sich erst an die reinigende Wirkung gewöhnen. Du beginnst dann mit einer Hand voll Kräutern und steigerst die Menge langsam.

Welches sind deine liebsten Wildpflanzen? Hinterlasse doch einen Kommentar, welche Kräuter du für die Suppe genommen hast.

Artikel_Signatur_15.01.2016

 

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